Wohin man auch blickt, allerorts werden den Menschen Schimären vom besseren und leichteren Leben in die Herzen gepflanzt, die sie nur all zu gerne glauben. Es muß schrecklich sein, umgeben von dieser irrwitzigen Medienflut, die einen vorgaukelt, man müsse sich für nichts im Leben mehr anstrengen bzw. es ließe sich alles kaufen, aufzuwachsen. Der mündige, aufgeklärte Bürger ist eine aussterbende Spezies. Was sich heute mündig nennt, ist kaum mehr als eine Marionette.
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Mittwoch, 31. März 2010
Montag, 8. März 2010
Mixed.
Wie war das? Manchmal muß man das lieben lernen, was einem gut tut?
Vom ersten Moment an, ist das Leben ein Anpassungsprozess und stets stehen zwei grundsätzliche Optionen zur Verfügung: sich an eine Umgebung anzupassen oder weiterzuziehen und sich eine andere, geeignetere Umgebung zu suchen. Wie vermessen - ja geradezu größenwahnsinnig (alternativ: stinkfaul und phantasielos) - ist es, zu glauben, die Umgebung müsse sich ändern?
Meine Zazenpraxis läßt immer noch zu wünschen übrig. Ich habe das Gefühl, es ist vergeudete Zeit und lasse mich dadurch zu leicht ablenken. Disziplin, Disziplin, Disziplin.
Vom ersten Moment an, ist das Leben ein Anpassungsprozess und stets stehen zwei grundsätzliche Optionen zur Verfügung: sich an eine Umgebung anzupassen oder weiterzuziehen und sich eine andere, geeignetere Umgebung zu suchen. Wie vermessen - ja geradezu größenwahnsinnig (alternativ: stinkfaul und phantasielos) - ist es, zu glauben, die Umgebung müsse sich ändern?
Meine Zazenpraxis läßt immer noch zu wünschen übrig. Ich habe das Gefühl, es ist vergeudete Zeit und lasse mich dadurch zu leicht ablenken. Disziplin, Disziplin, Disziplin.
Sonntag, 7. März 2010
Dunkelheit.
Seit ein paar Tagen ist dieses Gefühl da, völlig außerhalb meines Lebens zu stehen, dieses Gefühl, das sich auch manchmal auf Reisen einschleicht, eine Art Jetlag, die Abwesenheit jeglichen normalen Rhythmus, Es ist ein dunkles, bedrohliches Gefühl, als hätte ich etwas unwiederbringlich verloren und wüßte nur noch nicht was. Meine Träume sind ähnlich - düster und beängstigend. Jede Nacht wache ich mehrmals schweißgebadet auf und brauche Minuten um mich zurecht zu finden.
Was ist das nur, was mein Unterbewußtsein so beschäftigt? Was verliere ich da gerade?
Was ist das nur, was mein Unterbewußtsein so beschäftigt? Was verliere ich da gerade?
Sonntag, 28. Februar 2010
Realität.
Nur ein winziger Bruchteil, von dem was wir wahrnehmen, sind echte Sinneswahrnehmungen. Der überwiegende Teil unserer Wahrnehmung sind Konstruktionen des Gehirns, in dem sich Erinnerungen und Erwartungen zu einem kunterbunten Allerlei aus Fiktion und Realität mischen.
Worte sind Segen und Fluch. Selbst die einfachsten Dinge lassen sich in all ihren Facetten nicht in Worte fassen.
Die bösartigsten, realitätsverzerrendsten Worte sind Rollenbezeichnungen. Denke ich z.B. 'Mutter', reduziert sich ein einzigartiges Wesen mit all seinen Facetten, Bedürfnissen, Neigungen, Stärken und Schwächen zu einer bloßen Kategorie, einem Bündel teilweise völlig absurder Erwartungen und Vorstellungen.
Die Welt verändert sich radikal, wenn man den Dingen und ganz besonders den Menschen keine Bezeichnungen mehr gibt, sondern sich stattdessen bemüht, die Realität, so gut es eben geht, wirklich wahrzunehmen (mit der entsprechenden Skepsis natürlich, was Sinneswahrnehmungen im Allgemeinen betrifft).
Vor ein paar Tagen las ich einen kurzen, kaum vier Seiten langen Text von Charles Baudelaire mit dem Titel 'Das doppelte Zimmer'. In der ersten Hälfte beschreibt er sein Zimmer in wundervollen Worten. Seine Geliebte ist anwesend, das Zimmer ist in wunderbares Licht getaucht, ihr herrlicher Duft durchströmt den Raum, jedes Ding scheint von sich heraus zu leuchten, er stellt sich die vor ihm liegende Nacht vor. Bevor er sich zu ihr legt, läutet es an der Tür, er verläßt den Raum und kehrt wenige Momente später in das selbe Zimmer zurück, das sich nun scheinbar völlig verändert hat. Nichts leuchtet mehr. Er riecht den Moder seiner heruntergekommenen Herberge, den kalten Zigarrenrauch, sieht den Dreck und Staub auf den zerschlissenen Möbeln, die altersbedingten Makel am Körper seiner Geliebten.
Weder die erste Beschreibung des Zimmers noch die zweite kommt der Realität nahe. Die Welt da draußen ist wie sie ist, weder gut, schlecht, schön oder häßlich. Sie ist alles davon gleichzeitig und auch nichts davon. Der eine sieht auf einem Spaziergang heute so kurz nach der Schneeschmelze überall nur Dreck und Verwüstung, der andere sieht das aufkeimende, neue Leben, die Wasservögel, die zu balzen anfangen, verliebte Paare, erstes Grün.
Ich denke, ich weiß nun, was schiefgelaufen ist. Irgendwann habe ich vergessen - oder besser verlernt - hinzusehen. Ich habe mich in Rollen verloren, im Job wie auch privat, und wenn das geschieht, kann man nur mehr verlieren, denn zwangsläufig bleiben Bedürfnisse übrig, die zu keiner der Rollen passen und natürlich läßt sich auch keine einzige Rolle vollständig ausfüllen.
Ein geklauter Satz:
Nur dumme Menschen machen ihr Leben lang immer dasselbe.
Auf diesen Seiten hier begegne ich ständig einem Fremden.
Worte sind Segen und Fluch. Selbst die einfachsten Dinge lassen sich in all ihren Facetten nicht in Worte fassen.
Die bösartigsten, realitätsverzerrendsten Worte sind Rollenbezeichnungen. Denke ich z.B. 'Mutter', reduziert sich ein einzigartiges Wesen mit all seinen Facetten, Bedürfnissen, Neigungen, Stärken und Schwächen zu einer bloßen Kategorie, einem Bündel teilweise völlig absurder Erwartungen und Vorstellungen.
Die Welt verändert sich radikal, wenn man den Dingen und ganz besonders den Menschen keine Bezeichnungen mehr gibt, sondern sich stattdessen bemüht, die Realität, so gut es eben geht, wirklich wahrzunehmen (mit der entsprechenden Skepsis natürlich, was Sinneswahrnehmungen im Allgemeinen betrifft).
Vor ein paar Tagen las ich einen kurzen, kaum vier Seiten langen Text von Charles Baudelaire mit dem Titel 'Das doppelte Zimmer'. In der ersten Hälfte beschreibt er sein Zimmer in wundervollen Worten. Seine Geliebte ist anwesend, das Zimmer ist in wunderbares Licht getaucht, ihr herrlicher Duft durchströmt den Raum, jedes Ding scheint von sich heraus zu leuchten, er stellt sich die vor ihm liegende Nacht vor. Bevor er sich zu ihr legt, läutet es an der Tür, er verläßt den Raum und kehrt wenige Momente später in das selbe Zimmer zurück, das sich nun scheinbar völlig verändert hat. Nichts leuchtet mehr. Er riecht den Moder seiner heruntergekommenen Herberge, den kalten Zigarrenrauch, sieht den Dreck und Staub auf den zerschlissenen Möbeln, die altersbedingten Makel am Körper seiner Geliebten.
Weder die erste Beschreibung des Zimmers noch die zweite kommt der Realität nahe. Die Welt da draußen ist wie sie ist, weder gut, schlecht, schön oder häßlich. Sie ist alles davon gleichzeitig und auch nichts davon. Der eine sieht auf einem Spaziergang heute so kurz nach der Schneeschmelze überall nur Dreck und Verwüstung, der andere sieht das aufkeimende, neue Leben, die Wasservögel, die zu balzen anfangen, verliebte Paare, erstes Grün.
Ich denke, ich weiß nun, was schiefgelaufen ist. Irgendwann habe ich vergessen - oder besser verlernt - hinzusehen. Ich habe mich in Rollen verloren, im Job wie auch privat, und wenn das geschieht, kann man nur mehr verlieren, denn zwangsläufig bleiben Bedürfnisse übrig, die zu keiner der Rollen passen und natürlich läßt sich auch keine einzige Rolle vollständig ausfüllen.
Ein geklauter Satz:
Nur dumme Menschen machen ihr Leben lang immer dasselbe.
Auf diesen Seiten hier begegne ich ständig einem Fremden.
Samstag, 13. Februar 2010
Grrrrr.
Die Sinnlosigkeit hebt ihre Hydrenhäupter. Unbekümmert schlage ich ein paar der Köpfe ab. Sie wachsen sowieso wieder nach.
Freitag, 5. Februar 2010
Stille.
Ich mag die Stille hier. Gibt es überhaupt Leser? Ich weiß es nicht. Wer zufällig hier reinstolpert, hinterläßt zumindest keine Spuren.
Schreiben fällt in dieser Stille leicht, die Verletzung anderer wird vermieden. Es ist völlig egal, wie lose die Gedankenfäden sind. Es gibt kein Ziel, keinen Zweck, es ist nur Teil eines Lebens, das sich selbst lebt. Reflektionen eines Narren auf toiletpapierfarbenem Hintergrund .. ;
Schreiben fällt in dieser Stille leicht, die Verletzung anderer wird vermieden. Es ist völlig egal, wie lose die Gedankenfäden sind. Es gibt kein Ziel, keinen Zweck, es ist nur Teil eines Lebens, das sich selbst lebt. Reflektionen eines Narren auf toiletpapierfarbenem Hintergrund .. ;
PS: und Danke, dass Sie dieses Blog so verlassen haben, wie Sie es vorgefunden haben.
Montag, 6. Juli 2009
Nachtgedanken / A.
Kraft ihres Amtes als letztgültige Erkenntnis des westlichen Denkens erklärt die Evolutionstheorie jeden Anwesenden zum Sieger.
Etwaige Unterschiede in der Behandlung und Entlohnung sind ausschließlich auf den entsprechenden Teilnehmer und dessen Wahrscheinlichkeitskonstituierung zurückzuführen und können dem Amt für Gerechtigkeitsangelegenheiten nicht in Rechnung gestellt werden.
Danke und gute Nacht.
P.S.: Information, in Formation bringen, Kommunikationskanal, Angleichung von Realitäten
Etwaige Unterschiede in der Behandlung und Entlohnung sind ausschließlich auf den entsprechenden Teilnehmer und dessen Wahrscheinlichkeitskonstituierung zurückzuführen und können dem Amt für Gerechtigkeitsangelegenheiten nicht in Rechnung gestellt werden.
Danke und gute Nacht.
P.S.: Information, in Formation bringen, Kommunikationskanal, Angleichung von Realitäten
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