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Montag, 10. Mai 2010

Identität.

Obwohl ich mich in den letzten Jahren sehr intensiv mit Buddhismus (theoretisch wie auch praktisch) beschäftigt habe, fand ich eine Frage nirgends thematisiert: was ist eigentlich der Ursprung einer Karmaspur? Die Wesen sind, so erklärt es der Buddhismus, in einer endlosen Kette von Wiedergeburten gefangen. Endziel ist es, diese Kette zu durchbrechen. Doch wo es ein Ende gibt, gibt es da nicht auch einen Anfang? Wie entsteht ein Wesen? Wo und durch was entsteht der Identitätskern, der anschließend karmagewirkt von Leben zu Leben zieht?

Und wer nach einem langen, mühsamen Leben auf Erholung im Jenseits hofft: laut tibetanischem Buddhismus sind es exakt 49 Tage, die ein Wesen im Bardo/Jenseits verbringt. Nicht gerade viel Erholungszeit (falls man bei den Zuständen im Bardo überhaupt von Erholung reden kann) ...

Freitag, 19. März 2010

Entwicklung.

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Alles, was ich sage, kann morgen schon eine Lüge sein.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Inmitten eines Traums.

Solange Du alles nur vom Standpunkt Deiner persönlichen Meinungen aus betrachtest, befindest Du Dich inmitten eines Traums.

- Kodo Sawaki

Donnerstag, 23. Juli 2009

Betrachtungen des Körpers.

Fast alle Elementarteilchen, aus denen die Atome meines Körpers bestehen, sind 14 Millarden Jahre alt.

Alle höheren, chemischen Elemente entstehen durch Kernverschmelzung im Inneren eines Sterns bzw. während seiner Supernova-Phase. Abgesehen von Wasserstoffatomen besteht mein Körper aus "Sternenstaub".

Keine lebende Zelle in menem Körper ist älter als 7 Jahre. Bis zu meinem Tod ist jeder Teil von mir schon unzählige Male gestorben und aus sich selbst wiedergeboren worden.

Freitag, 10. Juli 2009

Wo ist der Geher, wenn er nicht geht?

Wir sind so vernarrt in unsere Sprache, das wir gar nicht erkennen, auf welch wackeligen Beinen sie steht. Geher und Gehen bedingen sich. Trennt man Substanz von Merkmal löst sich beides in Nichts auf.

Trifft Ich auf Du, entsteht von Zauberhand ein Wir (ganz ohne Sex!)
Der Tisch findet sich nicht in seinen einzelnen Teilen.

So wenig wie es Geher, Gehen, Begangenes als solche geben kann, so wenig gibt es Seher, Sehen und Sichtbares als solche.

Wir etikettieren die Wirklichkeit. Wir zerteilen sie in statische, künstliche Begrifflichkeiten mit willkürlich gezogenen Grenzen. Wann wird Ursache zur Wirkung? Wo und wann passiert der magische Sprung?

Montag, 6. Juli 2009

Sein oder Nicht-Sein.

Einer der grundlegendsten Logiksätze des westlichen Denkens ist der Satz vom ausgeschlossenen Dritten: etwas ist oder es ist nicht. Jeder Begriff, jede Kategorie - schlußendlich stützt sich unser gesamtes Denken auf diesen einen Satz, auf die Fiktion von Sein und Nicht-Sein, auf dualistisches Denken.

Die Realität - ständiges Werden. Nirgendwo läßt sich ein Sein entdecken. Panda rei / alles fließt, sagt Heraklit. Die Phaenomene entstehen und sie vergehen wieder. Nichts hat Bestand, nichts entsteht aus sich selbst. Begriffe ziehen künstliche Grenzen, wo keine Grenzen sind. Unterscheidung zerschneidet die Wirklichkeit in fiktive Teile. Das geistige Spiel mit diesen Teilen ist nur ein semantisches Schattenspiel ohne Bezug zur Realität.

Im Bereich des Werdens gibt es keinen Satz von der Identität, vom Widerspruch, und vom ausgeschlossenen Dritten.

[...]

Wenn uns unsere Sprachstruktur, die Grammatik, mit ihrer alles dominierenden Form von "Subjekt-Prädikat-Objekt" suggeriert, daß da immer ein "seiendes" Subjekt sein muß, das an einem "seienden" Objekt etwas "tut", dann kann man irgendwann einmal nicht mehr den Gedanken fassen, daß es auch anders sein könnte.

[...]

Wir Menschen bilden eine Kristallisationsfläche, an der sich das Bewußte reflektiert. Wir sind die Subjektivität der Reflexion des Universums. Aber durch diese Subjektivität in keiner Weise bevorzugt oder ausgenommen, abgelöst, oder speziell. In dem Augenblick, in dem wir unsere Einheit mit dem Universum erfahren, erfüllt uns die unendliche Klarheit der Erkenntnis, die jenseits des Denkens liegt, die Prajnaparamita. Dafür gibt es keine Worte mehr, und wir sagen nur noch: Aha!

Plato war nicht konsequent genug. Er enttarnte zwar einen Teil der Wirklichkeit als Lug und Trug, aber er ließ seine "Ideen" bestehen. Dabei sind die doch am allerwenigsten real.

Das Sprach/Denksystem ist ein autonomer Prozess, der in unseren Gehirnen abläuft, von dem wir uns hypnotisieren lassen. Wir können aber diesen Prozess in seiner Automatik einfach weiterlaufen lassen, und unsere Aufmerksamkeit von dem Automatismus abwenden. Gelingt uns das, so sind wir in Nirvana eingetreten.

Der Rauswurf aus dem Paradies war das Resultat der Erkenntnis von Gut und Böse. Vor der Existenz begrifflicher Unterscheidung war bzw. ist alles paletti - sagt der schlitzäugige Dicke.

Das Visuddhi-Magga ("Der Weg zur Reinheit") liest sich zwar ausgesprochen schwer, doch die zu findenden Kuriositäten sind es allemal wert. Nun weiß ich unter anderem endlich wie man gezielt über's Wasser wandelt. Es fehlen zwar wahrscheinlich noch ein paar Lebenszyklen des Übens, aber der Trick ist zumindest durchschaut. Kochen doch auch nur mit Wasser, die Kerle.

ein bischen Literatur (Quelle der Zitate) ...