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Donnerstag, 22. Juli 2010

Ehrlich gesagt.

Also ehrlich gesagt: mich hat verwundert, wie spät die Finanzkrise erst auftrat und welche Phantasiesummen da fast sang- und klanglos und mit Zustimmung der breiten Öffentlichkeit versenkt wurden. 2008 waren nur mehr rund 60% der deutschen Beschäftigungsverhältnisse unbefristet, d.h. fast jeder zweite Job hat(te) ein konkretes Ablaufdatum.

Erstaunlich. Wirklich erstaunlich. Wie schaffen es eigentlich die Nordländer mit ihren Sozialstaaten nicht zu scheitern? Wohin es seit den goldenen Arbeiterzeiten hier in Mitteleuropa geht, ist offensichtlich. Angesichts von 1-Euro-Jobs statt Mindestlöhnen und freiem Ausbildungsangebot in Deutschland liegt der Sozialstaat offensichtlich in seinen Todeswehen ...

Und wenn die Flachland-Chinesen so rumspinnen, spinnen die Alplandtodeln früher oder später auch so rum. Das ist wie das Amen im Gebet.

Dienstag, 13. Juli 2010

Willensfreiheit.

In Bezug auf persönliches Glück und individuelle Zufriedenheit scheint auf großen Zeitskalen keinerlei Willensfreiheit zu existieren. Erst wer lebt, was er ist, erst wer in seinem Leben aufgehen kann, ist auch glücklich.

Montag, 5. Juli 2010

Da war da noch ...

Im August werden es 65 Jahre ohne boshaft auf Menschen geworfener Atombombe(n). Für egomanischveranlagte Affenabkömmlinge ist das eine erstaunlich friedliche Gemeinschaftsleistung.

Die, die sich schon zu Jesu's Zeiten gegenseitig die Köpfe einschlugen und kreuzigten, schlagen sich auch heute noch, Anno 2010, die Köpfe ein. Unvorstellbar, das aus dieser Region drei ineinander verflochtene Weltreligionen kommen, die alle drei im Kern das selbstlos Gute als oberstes Ideal predigen.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die Sache mit dem Stammhalter.

Was bei den vier Evangelien interessant ist: zwei von ihnen bemühen sich als Einleitung den Stammbaum Jesu (väterlicherseits!) aufzustellen, um nachzuweisen, das die Prophezeihungen des AT bezüglich seiner Abstammung erfüllt sind. Blöd nur, wenn man die unbefleckte Empfängnis, die für die Geschichte gar nicht notwendig ist, hinzuschummelt. Da historisch, die Abstammung nur männlicherseits "wichtig" ist, klafft durch die unbefleckte Empfängnis nun ein Loch. Nix mehr, mit verwandt mit David oder so, sondern ein halbgöttliches Findelkind (oder - so wer will: Kukucksei) wie so viele andere in den Geschichten der griechischen Mythologie.

Schöner Patzer.

Ohne der göttliche Abkunft finde ich die Geschichte des Nazareners übrigens schöner. Es reicht doch völlig, das er wie viele vor ihm (Moses, David etc.pp.) seine einzigartige Mission irgendwann im Laufe seines Lebens erkannt hat und sich dem Geist Gottes als Werkzeug zur Verfügung stellte. Der Halbgottfall riecht nach Schummelei: wer weiß schon, was für Sonderhilfe in der halben Gottes-DNA steckte? Nein, die 'Ich war einer von Euch'-Geschichte schreit geradezu nach "Standard-Hardware", um erst gar keinen Zweifel über Genschummeleien aufkommen zu lassen. Erst die "Standard-Hardware" empfindet, fühlt und leidet wie sie eben leidet und erst das macht die Geschichte des Schmerzenmanns rund.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Heisenberg - oder: Die Sicht der Dinge

Von Kameras kennt es jedermann: wenn man irgendwo ranzoomt, braucht die Automatik etwas bis die Schärfe richtig eingestellt ist. Je nach Qualität des eigenen Händewackelns (bzw. der Qualität der Antiwackeltechnik) ist das Bild irgendwann halbwegs ruhig und scharf. Alternativ knipst man mit hoher Geschwindigkeit, also z.B. 1/1000 Sekunde. Irgendwann kriegt man so auch jeden Neo Niki Laudi in Bewegung scharf. Bei schnellen Bewegung braucht es dazu natürlich auch ausreichend Licht. Bei kurzen Belichtungszeiten wird das Bild sonst schnell zu dunkel und kontrastarm.

Spätestens auf atomarer Ebene ist es dann mit dem scharfen Bild vorbei. Die Strukturen beginnen so winzig zu werden, das sie merklich vom beleuchtenden Licht verschoben werden. Die einzelnen Photonen des Lichts wirken wie ein Sandsturm, der auf die Materie bläst. Einerseits bräuchte man, um irgendwo noch genauer hinzusehen (== noch näher heranzuzommen) , mehr Licht, andererseits stört dieses Mehr/Meer an Licht immer mehr die Sicht auf die Dinge.

Eigentlich ist das wie wenn man mit einem Lichtkegel in einem stockdunklen Raum eine Maus fangen will: Ist der Lichtkegel zu breit eingestellt, sehe ich die Maus nicht deutlich genug. Mache ich den Lichtkegel hingegen schmal und damit hell genug für Details der Maus (z.B. ihre hübschen Beisserchen), dann bleiben nur mehr statistische Aussagen über den aktuellen Standort der Maus übrig. Ich erwische sie damit einfach viel seltener. Wenn ich von der Maus nun aber noch Strukturen innerhalb ihrer Beisserchen sehen will, wird der Lichtkegel schon so schmal wie ein Laser. Die Maus erwische ich damit noch seltener und irgendwann stinkt dann das Fell auch ganz erbärmlich.

Die Welt da unten beginnt wirklich sich in ineinander verwobene, winzigste Schatten aufzulösen. Sehe ich irgendwo punktgenau die einzelnen Komponenten, bleibt mir das 'große Ganze' verborgen.

Ich glaube, ich habe das schon irgendwo mal geschrieben - aber egal: das wirklich Erstaunliche ist für mich eigentlich wie "eindeutig" unsere Alltagswelt erscheint. Die großen Strukturen zerfallen nicht einfach, obwohl dafür stets eine Restwahrscheinlichkeit bleibt (obwohl diese wahrscheinlich so gering ist, das gerade niemand hinschaut - die Augenpaare sind nunmal begrenzt - und manche davon wohl auch sediert). Die großen Strukturen existieren, verändern sich zwar mit der Zeit, aber das sie überhaupt da sind, ist erstaunlich. Schalten Sie mal auf einen Fernsehkanal voller Rauschen. Da sehen Sie nicht plötzlich ein längeres, stabiles Bild. Ein interpretierbares, stabiles Bild ist so schnell wieder weg, das meine Augen gar nicht wirklich schnell genug sind und statisch gesehen müßte ich dafür Jahre vor dem Rauschen sitzen. Langfristig stabile Strukturen (Insel im Chaos) erscheinen nicht einfach nur so. Sobald etwas lebt, wird die Umwelt entscheidend.

Nachwievor ist es ein völliges Rätsel, warum z.B. eine kleine Hand voll Elementarteilchen stabil ist und ein ganzes Meer an Verwandten schon in der Wiege das Zeitige segnet.

Vorgestern habe ich 'Understanding DNA' gelesen.

Einerseits erklärt sich auf dem Weg von den kleinsten Strukturen durch Ladungen und Raumstruktur (räumlicher Anordnung der verschiedengroßen Trümmer) vielerlei. Warum ist DNA gerade so gekrümmt wie sie gekrümmt ist? Vielerlei Rätsel lösen sich über Eigenschaften wie Wasserlöslichkeit der Einzelteile und grundsätzlichen Mechanismen. Vielerlei Rätsel tun sich aber dadurch auch wieder auf. Wirklich zwangsläufig erscheint dem rätselnden Verstand dann doch fast nichts. Fast jeder Schritt läßt Alternativen zu. Wissen wir nicht so genau, sollte man noch mal näher erforschen ...

Unheimlich wie der Mensch da rumtrampelt. Wie ein Barbar mit Stein und Keule. Doch das Prinzip (Stein und Keule) hat sich schon damals bewährt und es funktioniert auch heute noch. Für Eingriffe in die DNA kennen wir heute Schlüsseltechnologien. Wir können daran "herumschnipseln" und dann schauen, was mit der Zelle wird. Exakte Prognosen bezüglich Nebenwirkungen im Organismus gerade im Langzeitbereich sind auf keinerlei Level möglich. Mit 'viel Glück' tut es irgendwann mal das, was mal will (natürlich steckt in dem 'viel Glück' noch Mannjahre an Forschung). Ob die Änderung unter veränderten Lebensbedingungen nicht irgendwann ein Problem wird, ist unmöglich vorauszusagen. Die Evolution macht es zwar auch nicht anders, aber der Mensch hilft da heute mit aberwitzigen Kombination sehr deutlich nach.

Montag, 7. Juni 2010

Synthetische Biologie.

Die Zukunftsaussichten sind gruselig. Faktisch erst 2003 entstanden, entwickelt sich das Gebiet der synthetischen Biologie rasant vorwärts. Synthetische Biologie - das ist quasi Gentechnik "on steroids". Man dreht nicht mehr nur am einen oder anderen Schräubchen, man konstruiert Leben gleich von Grund (einem Protoorganismus) auf neu. Biobrick auf Biobrick und fertisch ist das (lebendige) 'Zuckerstück'.

Klar, da ist enorm viel Hype auf diesem Gebiet, aber die Tatsache, das damit mittlerweile in jedem besseren Schullabor experimentiert werden kann, diese Tatsache ist es, die mich gruseln läßt. In einem Moment pubertätsbedingter Abgelenktheit niest Klaus Rüdiger, 17, im Biounterricht in den Bottich Ursuppe vor ihm und erzeugt so irrtümlich ein virulentes Etwas, dem anschließend keiner mehr einen Namen geben konnte.

Irgendwie erinnert mich die Menschheit gerade ganz gewaltig an den Zauberlehrling ...

Mittwoch, 2. Juni 2010

Die Crux mit der Natur.

Heuristik (altgriech. εὑρίσκω heurísko „ich finde“; heuriskein, „(auf-)finden“, „entdecken“)
bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen.

Die Quintessenz des letzten Jahrhunderts menschlichen Forschens: die Welt ist (auf jeder Größenskala) viel komplexer als gedacht. Spätestens auf subatomarer Ebene versagt das bildhafte Vorstellungsvermögen, was es denn ist, das da ist. Zum Beispiel: Obwohl in fast jeden Effekt, den wir wahrnehmen, Elektronen verwickelt sind, haben wir keinerlei bildhafte Vorstellung, was ein Elektron ist. Wir kennen seine Eigenschaften wie Gewicht und Ladung, kennen die Gesetzmäßigkeiten, dem es unterliegt, können damit rechnen und sogar mit einzelnen von ihnen experimentieren, aber ein Bild dieses Teilchens, eine visuelle Vorstellung, können wir uns nicht machen. Es ist definitiv kein kleines, herumflitzendes Kügelchen, denn mit dieser Vorstellung versagen selbst die Rechnungen der klassischen Theorien. Was ist das, das da rumflitzt und dafür verantwortlich ist, das Materie für uns fest erscheint, und wir nicht in den Erdkern stürzen, das Chemie und Biologie funktioniert und und und? Wir können es beschreiben und (erfolgreich) verwenden, aber nicht mehr erkennen.

Mehr denn je ist die Natur an sich heute wieder ein völliges Wunder. Da, wo sich der Mensch sich schon kurz vor der obersten Erkenntnis gewähnt hat, muß er heute reumüdig zugeben, das das alles dann doch nicht mit ein paar einfachen Heuristiken erklärt werden kann. Daumen-mal-Pi ist gut für's tägliche Leben, aber es ist bloß eine Approximation einer viel komplizierten Wirklichkeit, einer Wirklichkeit, die sich heute nur mehr in entsprechend komplizierten, mathematischen Theorien erschließt.

Rund ist nie wirklich ganz rund. Gleichseitig ist nie wirklich gleichseitig. Gleichmäßigkeit ist eine Frage der Einzelteile und der Größenordnung und sowieso und überhaupt ist die Perspektive wichtig.

Könnte der Mensch Funkwellen (z.B. einer der für Handys verwendeten Frequenzbänder) als 4. Farbe sehen, wie seltsam würde er wohl einen Spaziergang durch die Innenstadt wahrnehmen? Die Masten der Betreiber wären mehr oder weniger intensive Lichtquellen, die die Stadt in ein Meer aus Licht und Schatten dieser Farbe tauchen. Einzelne Handies wären entsprechend kleinere Lichtquellen, die entsprechend ihrer Verwendung flackern. Manche Oberflächen schlucken die Strahlung, andere reflektieren sie und manche (die meisten) lassen auch einen gewissen Prozentsatz durch, d.h. mit diesem neuen Sinn kann man nun mehr oder minder gut auch durch Wände sehen (ähnlich einem Schattentheater bzw. Röntgen).

Hmmmm ... hat das eigentlich schon jemand technisch umgesetzt? Also mehrere, für diesen Frequenzbereich sensible Sensoren auf einer Fläche angeordnet, sodaß ein 2d-Bild entsteht? Reicht die Sensibiltät heutiger Sensoren, um Häuser mit entsprechend starken Strahlungsquellen zu durchleuchten? Welche Tiefen-Auflösung ließe sich hinkriegen? Ich sollte mich mal Richtung Bodyscan-Technologien schlau machen. Was wird dort verwendet? Was sind die Einschränkungen? Eins ist klar: die Zukunft wird in dieser Hinsicht 'gruselig'. Wird Zeit in Alu-Folien-Aktien zu investieren ...

Nachtrag.

Als Einstieg in die Materie: Kraut-und-Rüben-Artikel bzgl. Scanner-Technik

Montag, 3. Mai 2010

Tyrannei.

Auch wenn es mit den besten Absichten geschieht: Tyrannen werden nicht geboren, sie werden gemacht.

Donnerstag, 4. März 2010

Furcht.

Woher kommt diese Furcht in den Menschen, sich selbst zu begegnen? Lieber akzeptieren sie die widrigsten Umstände, ergeben sich in Schicksale, die nicht die ihren sein müßten, bloß um weiter an die Illusion einer heilen Welt glauben zu können, die so für sie vielleicht irgendwann einmal existiert hat, aber es eben mit offenen Augen betrachtet schon lange nicht mehr tut. In Gesprächen flüchten sie sich in hohle Phrasen wie "das kleinere Übel" oder "die wirtschaftliche Umstände" und doch spürt man bei jedem Wort wie sie sich selbst und alle anderen belügen.

Die Einsamkeit ist ein dorniges Tal, das kaum einer zu durchwandern wagt. Lieber glaubt und hofft man auf den "letzten Retter", den Märchenprinz oder die Prinzessin, durch den oder die alles anders wird, doch auch wenn - mit viel Glück - er oder sie auftaucht, dauert es nicht lange und die Illusion verbufft, denn er oder sie ist eben auch nur ein Mensch und keineswegs der glorreiche Retter. So traurig es auch ist: kein Mensch kann einen anderen retten. Es ist nicht die Außenwelt, die uns glücklich werden läßt und doch glauben so viele daran, als wäre Glück und Zufriedenheit ein Konsumgut.

Nichts verändert sich, wenn wir uns nicht selbst ändern und der erste Schritt dazu ist sich selbst kennenzulernen. Wochen oder Monate reichen dazu nicht. Im Hinterkopf bleibt stets die irrige Hoffnung, daß jemand anders unser Leben für uns in Ordnung bringen könnte. Erst wenn diese Hoffnung ein für alle Mal stirbt - was zugegebenerweise ein sehr schmerzvoller und langwieriger Prozess sein kann -, besteht die Chance auf ein erfülltes und zufriedenes Leben.

Ich wollte es wäre anders, aber die Zeit hat mich immer wieder gelehrt, daß ich meine Wünsche erst vollständig aufgeben muß, damit sie in Erfüllung gehen. Und vollständig heißt: es gibt kein Schummeln. Es reicht nicht, sich nur einzureden, man wäre mit der gegebenen Situation zufrieden, obwohl im Herzen noch immer die Sehnsucht brennt. Doch sobald diese Sehnsucht weg war, ich mich ganz und gar damit abgefunden hatte, wie etwas war, fand ich noch jedes Mal genau das, nachdem ich vorher so vergeblich gesucht hatte. Paradoxerweise stehen sich Wünsche stets selbst im Weg.

Dienstag, 23. Februar 2010

Vergessen.

Einer der wichtigsten Ingredienzien des Glücks ist das Vergessen. Vielleicht ist es sogar die einzig notwendige Zutat.

Dienstag, 16. Februar 2010

Strafrunde.

Die Entschluß, meine Finger von den Kräutern zu lassen, hat mich in den letzten paar Tagen (und Nächten) auf eine böse Achterbahnfahrt geschickt. Nach gut einem Jahr stabiler Gemütslage hatte ich schon fast vergessen wie es ist, ohne Reißleine diesen teilweise extremen Stimmungseintrübungen ausgesetzt zu sein. Ich kann nur hoffen, dass es bald besser wird. Isolation, trübe Gedanken und das Gefühl, das da nichts ist, für das es sich zu kämpfen lohnt, sind eine fatale Kombination.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Selbstrekonfiguration.

Ich begreife diese Zeit jetzt als längst nötig gewesene Selbstrekonfiguration. Es ist eigentlich völlig einerlei, mit was ich mich im Detail beschäftige, was ich lerne, studiere, anwende. Im Grunde ist das nur so etwas wie sinnvolle Freizeitgestaltung. Als Weiterbildung gesehen zwar nützlich, klarerweise, aber ganz und gar nicht essentiell. Das, was wirklich wichtig ist, vollzieht sich im Hintergrund.

Cold Turkey.

2:10 - Kannst Du Dich an meinen Geruch erinnern?

Durch ihr Nichtloslassen fühle ich mich paradoxerweise gefangen. Der Verstand sagt Nein, der Bauch sagt Nein und doch ist da noch immer ein Band zwischen uns, das ich (noch) nicht durchtrennen kann.

Ob ich mich an Deinen Geruch erinnere? Ich verbrauche phasenweise einen ganzen Busch Selbstgezogenes im Monat um ihn zu vergessen.

Warum verzichtest Du nur darauf?, murmelt die Stimme in meinem Kopf. Darum und darum und darum - spontan fallen mir zig Antworten ein. Unsere beiden Welten lassen sich einfach nicht synchronisieren.

Wie kann ich jemanden nur so sehr begehren und andererseits mit ihm als Mensch überhaupt nicht klar kommen? Und nicht nur ich komme mit ihr nicht klar. Die paar Menschen, die mir wichtig sind, reagieren ähnlich auf sie. Da ist kein Weg sie in mein Leben zu integrieren. Kein, wie auch gearteter, Kompromiss, schafft den Trick, unserer Tagseiten zu überlagern.

Es war eine Illusion zu glauben, das Eine liesse sich auf Dauer vom Anderen trennen. Früher oder später taucht das Bedürfnis nach mehr auf, und gerade wenn die eine Seite so überwältigend erlebt wird, dauert es nicht lange.

Der Katzenjammer ist noch immer groß. Ich dachte zwar, ich hätte schon vieles erlebt, aber das mit ihr war völlig anders. Und, ja, es hat mich süchtig gemacht. Diese Monate jetzt sind Entzug.

Cold Turkey.

Dienstag, 9. Februar 2010

Der Yogi auf dem Surfbrett.

Irgendwie geht mir heute das Bild des breitgrinsend surfenden Yogis in einem 'Aloha'-T-Shirt nicht mehr aus dem Kopf.

Das Leben will geritten werden.

Sonst ändert sich nichts.

Warum ist dieses dämliche Internet im Tagesgebrauch so grottenlangsam? Bandbreite ist genug da. Gerade sind in knapp einer Stunde 6 CD-Images a 600MB über die Leitung gehuscht. Ein lokaler DNS-Server kümmert sich um das Caching der IP-Adressen, ein zusätzlicher Proxy läuft nicht, da ja kaum mal mehr als zwei interaktive Clients vorhanden sind und moderne Browser gut genug cachen.

Was auf jeden Fall neu ist: es scheint nun ein oberes Limit für eine einzelne Verbindung zu existieren. Auch wenn ein Server die Daten schneller liefern kann (z.B. ein CDN), wird er durch dieses Limit begrenzt. Also irgendwie kommt man sich da als Kunde verscheissert vor. Von wegen 'ändert sich nichts'. Vor ein paar Tagen gab es dieses Limit noch nicht und nun läuft jedes System-Update mit angezogener Handbremse (max. 150kB/s).

Montag, 8. Februar 2010

Dem Vergessen anheim.

Da ist die Stimme, die mir ständig zuflüstern versucht, ich müßte doch wenigstens das eine oder andere Projekt (abgesehen von dem einen mit J.) vollständig realisieren. Auf die mehrmalige Nachfrage 'Warum?' gab es bisher jedoch noch keine Antwort. Fame? Lächerlich. Für was denn? Geld? Job, Prestige? Mir mittlerweile auch egal. Irgendwann muß ich sicherlich wieder arbeiten, aber was kümmert mich das heute? Diese Zeit jetzt ist absolut geil. Noch nie konnte ich so tief in jede beliebige Thematik eintauchen OHNE jeglichem konkreten Ziel- und Sachzwang. Wenn sich eine Thematik für mich im Kopf erschöpft hat, ziehe ich zum nächsten Gebiet weiter. Im Gegensatz zu den vorherigen zehn Jahren Entwicklungstätigkeit bin ich von jeglichen Sachzwängen befreit. Ganz bewußt wildere ich durch völlig unterschiedliche Fachthemen ohne viel Bezug zueinander. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein, wenn man sich mal daran gewöhnt hat.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Wirklichkeit.

Setzt sich nicht die Unschärfe, die in der Quantenwelt vorherrscht, bis in unsere makroskopische Welt fort?

Auf der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit komme ich immer wieder zu dem Bild der Wahrnehmungssphären zurück. Wir können zwar unsere Sinne technisch erweitern und somit auch etwas hören oder sehen, was tausende Kilometer entfernt stattfindet, doch wieviel Information als Gesamtes aufgenommen und verarbeitet werden kann, bleibt beschränkt. Sehe ich nach links, sehe ich nicht, was rechts passiert. Das, was sich da nach 'ich erlebe die Wirklichkeit' anfühlt, ist und bleibt nur ein mikroskopischer Ausschnitt der Wirklichkeit selbst, ein winziger Teil des Ganzen bzw. eine Perspektive unter unzähligen Perspektiven. Der Rest ist Phantasie, ein Produkt unseres ständig Hypothesen-entwerfenden und -verifizierenden Gehirns.

Jeder von uns trägt seine eigene Wirklichkeit spazieren.

Keine der Wirklichkeiten ist per se besser oder schlechter, richtiger oder falscher als die andere. Sie sind nur anders.

Die Wirklichkeiten zweier Menschen lassen sich nie vollständig synchronisieren.

Nichts ist selbstverständlich.

Quintessenz:

Wirklichkeit == ein paar Fakten und jede Menge Phantasie

Montag, 1. Februar 2010

Sekundenmilliardär.

Ab dem Alter von 31,688 Jahren ist man Sekundenmilliardär.

Wenn also jede Sekunde einen Euro verdient (bzw. 3600 Euro in der Stunde), hat man nach nicht ganz 32 Jahren eine Milliarde zusammen.

Natürlich kann man nicht 32 Jahre lang durchgehend 24 Stunden am Tag arbeiten und der Staat will natürlich auch etwas ab, d.h. es müßten dann wohl so um die 15.000-20.000 Euro pro Stunde sein, um die Milliarde in 32 Jahren zu erreichen ...

Sonntag, 31. Januar 2010

Memory Refresh.

Es ist wie es immer schon war und auch immer sein wird: beim Wünschen sollte man tunlichst auf die Details achten.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Technik.

Ich bin ganz vernarrt in diese kleinen Brotdosen, die unter Volllast gerade mal 40 Watt brauchen und trotzdem genug Power haben, um Videos selbst in HD-Qualität abzuspielen. Als Server im Heimnetz ist das Teil ideal, macht sich auf der Stromrechnung nicht breit und bringt das Internet ins Wohnzimmer. Schnell mal während einer Sendung was googlen, ist einen Kanalwechsel entfernt. Quadratisch, praktisch, gut.

Das Teil unter Linux zu betreiben, ist dem unbedarften Laien jedoch nicht umbedingt anzuraten. Die Suche, warum z.B. partout kein Ton über HDMI ausgegeben läßt, hat - laut Internet/Google - schon viele in den Wahnsinn getrieben. Die HDMI-Kanäle sind per default stumm geschalten und man muß im Alsa-Mixer erst mal sehr weit nach rechts scrollen, um die Kanäle überhaupt zu sehen (das man überhaupt in der Applikation scrollen kann, ist absolut nicht ersichtlich und die HDMI-Kanäle verstecken sich zusätzlich hinter seltsamen Kürzeln).

Oder warum die MCE-Fernbedienung fast unbrauchbar sensibel reagiert. Da Infrarot-Übertragung ausgesprochen fehleranfällig ist, schickt so manche Fernbedienung statt einem Tastendruck gleich zwei Signale kurz hintereinander. Ist der Emfänger darauf vorbereitet, filtert er einfach die überflüssigen Signale raus und gut ist's. ASRock liefert zwar die Linuxtreiber und Keymappings zu ihrer eigenen Hardware doch diese berücksichtigen die doppelten Signale nicht richtig, von easy plug'n'play also weit entfernt.

Wobei: die Tastatur ist mir als Fernbedienung sowieso lieber, weil sie einfach viel genereller einsetzbar ist. Als Vielschreiber merke ich mir lieber ein paar Tastenkombinationen, die blind ablaufen, als unter Unmengen von winzigen Tasten mit winzigen Icons die Richtige zu finden.

Gut, der Rechner läuft. Bilder, Videos, Musik, das lokale Wetter, Internet-Radio, Surfen, Bloggen, eMule-Client ... fein.

Neben den ganzen Multimedia-Dingens hat der kleine Server natürlich noch einen anderen Daseinsgrund. Nur über hochparallele Systeme zu lesen ist faktisch sinnlos, wenn man keinerlei Möglichkeit zum Bau von Prototypen hat. Mit Netbook, altem Standrechner und dem Winzling sind es nun schon mal drei physikale Instanzen, die für erste Tests zur Verfügung stehen. Das ist zumindest schon mal ein Anfang.

Die kleine Brotdose gibt es natürlich noch "kleiner". Läßt man den Multimedia-Schnicknack und DVD-Writer weg, gibt es solche Brotdosen heute schon für knapp 130-140 Euro (+ Preis für die Festplatte). Stapelt man ein paar dieser Dinger hat man mit Minimal-Budget eine nette Testwiese für Gridanwendungen.