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Freitag, 5. März 2010

Sie.

Damals vor vier Jahren war es Verzweiflung, die mich das erste Mal in ihre Arme getrieben hat. Es war egoistisch, es war schäbig, aber nach über einem Jahr konnte ich mich einfach nicht mehr länger Nacht für Nacht neben V. in den Schlaf quälen, den Kopf voller Sehnsucht, voll Verlangen nach Berührung, nach mit Haut und Haar angenommen werden. V. war in dieser Hinsicht mit ihren 25 Jahren noch viel zu sehr Mädchen, nicht nur unerfahren und ohne dem Bedürfnis nach körperlicher Nähe, sondern durch häßliche Erfahrungen in der Vergangenheit geradezu abgestoßen von jeglicher Körperlichkeit.

Nichts ist schrecklicher als das, was man so begehrt, nur wenige Zentimeter von sich weg zu wissen und es doch nicht zu bekommen. Der Esel und die Karotte. Nacht für Nacht, Stunde für Stunde, Moment für Moment. Bei jeder Berührung zu wissen, es ist ihr unangenehm, zu bemerken wie sie nicht nur innerlich erstarrt und das selbst bei einer simplen Umarmung, einem Kuß im Park. All das, was unter Liebenden so selbstverständlich sein sollte, all die kleinen Berührungen, die Zeichen von Innigkeit, von Begehren, all das fehlte oder war mit dem dunklen, häßlichen 'nur Dir zu liebe'-Gefühl überdeckt.

Ich wollte nicht mehr nachdenken. Ich wollte nicht mehr dieses 'nur Dir zu liebe'-Gefühl spüren. Ich wollte mich fallen lassen können ohne mich dabei selbst zu verletzen.

So fing es an. Irgendwann bin ich schwach geworden und gab ihr nach, ihr, um die sich ständig Männer scharen und die mich nun seit vier Jahren liebt. Sie ist das genaue Gegenteil von V., fast doppelt so alt (und somit ca. 10 Jahre älter als ich), blond, Modelfigur, wild. Einerseits Vamp, andererseits auch ganz und gar Mutter von drei Kindern. Ihr ältester Sohn ist fast 30, ihre jüngste Tochter 14. Wie ich ist sie ein Mensch mit vielen Widersprüchen, voller Leidenschaft und Abgründen.

Ich fühle mich schuldig, weil mein Herz ihr gegenüber nicht die Art von bedingungsloser Liebe empfinden kann, die sie mir entgegenbringt. Da, wo sie mehr und mehr Zeit mit mir verbringen will, flüchte ich geradezu und verbringe meine Zeit lieber alleine. Es ist Haßliebe, die mich mit ihr verbindet. Ein, zwei Tage in der Woche - länger ertrage ich sie nicht, dann brauche ich Luft zum Atmen.

Was davon ist Projektion? Es ist ja nicht so, daß ich nur sie nicht ertrage. Momentan meide ich alle Menschen. Ich muß mich regelrecht dazu zwingen mit Jo, meinem besten Freund, einmal die Woche für 1-2 Stunden Kaffeetrinken zu gehen. So gesehen ist sie sogar die große Ausnahme.

Es ist Freitag. Heute Abend sehe ich sie wieder und ich freue mich darauf. Mein Kopf ist voll verrückter Gedanken und Bilder: ihre Gänsehaut, wenn ich ihr sanft in den Nacken beiße, das Zittern ihres Körpers, ihre Phantasien, die sie mit mir teilt und die ich wahr werden lassen darf. Schenken und beschenkt werden. Es ist wie es ist.

Montag, 1. März 2010

It's just the way it is / II.

Dieses Wochenende war nicht minder intensiv. Leidenschaftlich, wild, zärtlich, sanft - bunt gemischt, von allem etwas und von allem mehr als ich mir erträumen kann. Doch das Schönste daran ist die Leichtigkeit, mit der es passiert. Da ist keinerlei Erwartungshaltung, kein Muß, kein Sollte, keinerlei Druck in mir, nichts das es zu akzeptieren gäbe, nichts das drängt oder nach etwas anderem verlangt, kein einziger Wunsch und sei er auch noch so leise.

Es ist mir ein Rätsel, mit welcher Selbstverständlichkeit mein Körper mitspielt, ohne das ich ihn bewußt kontrolliere. Ein einzelner Gedanke - soweit man das überhaupt als Gedanken bezeichnen kann - reicht, um zum Orgasmus zu gelangen, ein einzelner Gedanke reicht aber genauso, um es über Stunden auszudehnen und ihr jeglichen Wunsch zu erfüllen. Whatever you want, Baby.

Sonntag, 21. Februar 2010

It's just the way it is.

Trotz all der häßlichen Dinge, die zwischen uns vorgefallen sind: wenn sie mir so nah ist, ihre Haut auf meiner, verliert sich jede Erinnerung in einem beängstigend intensiven Rausch der Sinne. Da ist nichts mehr das ich Ich nennen könnte, kein wir, kein sie. Die Realität löst sich vollständig auf.

Mein Herz rast, wenn ich nur daran denke. Das bischen Schlaf letzte Nacht glich mehr Besinnungslosigkeit, aus der wir alle ein, zwei Stunden aufgewacht sind, um wieder miteinander zu schlafen. Inklusive des Vormittags waren es wohl so 11-12 Mal.

Das ist einfach nur verrückt.

Freitag, 28. November 2008

Engel.

Zwei Wochen mit kaum erträglichen Rückenschmerzen relativieren die Schwere des Seins. Schmerzfreiheit ist ein grandioses Geschenk.

Vorhin habe ich einen Engel gesehen. Warum kann ich Engel nicht ansprechen? He, Du, ich würde gern mehr von Dir sehen. Wie bist Du, was machst Du, was treibt Dich durch Dein Leben? Engel kann ich nicht ansprechen. Sie blenden mich, strahlen zu stark, schüchtern mich ganz und gar ein. Ganz so als wäre ich fünfzehn.

Montag, 20. Oktober 2008

Dessert.

Das sie im Schlafzimmer ihre Uhr liegen läßt, ist Berechnung. Nach zwei Tagen rufe ich sie an. Sie lädt mich zum Mittagessen bei ihr ein und es passiert, was passieren muß. Sie lockt, unverhohlen, fällt dann über mich her, versucht sich und mich von störenden Kleidern zu entledigen, fleht schließlich, nackt und bebend, der Inbegriff des blonden Biest. Ich gehe weiter als ich gehen wollte, erliege der Versuchung, spiele mit den Wellen, die durch ihren Körper jagen, schenke ihr drei Orgasmen in wenigen Minuten, aber ich schlafe nicht mit ihr. Mir ist nur zu gut bewußt, warum ich auf Abstand gegangen bin. Das hier muß aufhören.